Woran merkt man das man in letzter Zeit zu oft im Mittelalter unterwegs war?

Ich kam heute nach Hause, hatte die Nacht nicht zu Hause verbracht. Frisch eingekuschelt in meine neue Kufiya und mit neuem Lederfett (schwarz für die Schuhe und klar für Larp-Sachen wie meinen Trinkschlauch und Gegürte) im Gepäck erstmal Post schauen, schad’, das Päckchen aus der Kiewer Schmiede mit der bestellten Pauldron ist noch nicht da. Also Tür aufmachen, vorbei an der Kellertür vor der drei massive Stumpenkerzenständer stehen (danke nochmal an die edle Spende), bedeckt mit alten Vorhängen (sollen bald umgenäht werden), hoch die Treppe und Schuhe aus.

Vorbei an der Garderobe im Flur, an der mein Contactstaff leger lehnt, in’s Schlafzimmer und erstmal Tasche ablegen, dafür erstmal die Fackeln vom Stuhl räumen, in dem Zug auch gleich mal die Tüte mit dem Mörser vom Bett. Barfuß und von Pulli befreit in die Küche, man hat ja doch auch Hunger. Kurz die diversen Fläschchen und Phiolen mit allerlei Ingredienzien zur Seite schieben um nachzusehen was es Leckeres gibt. Hmm… mittelalterliche Pfanne muss nochmal ordentlich abgerieben werden. Vorgemerkt.
Kein Bock zu kochen, also Frostmatte ab in Ofen. Ambientiges Holzbrett bereit legen, dafür kurz die Sicherheits-Brenner verräumen, obwohl die brauche ich ja wieder für’s Wochenende, narks… schieb…

So, Pizza im Ofen, ab an Rechner, Wecker stellen und ab ins Netz, erstmal Emails: Yeay, Päckchen aus Kiew ist ja schon fast da. Dann in’s Social Web: Abklären wie wir es mit dem Mittelaltermarkt im September machen, wer wie wo jetzt am Wochenende fährt, gut. Ah, was neues in der Conquestgruppe. Dann Foren checken: Eigene Spielergruppe, dann Mythodea, dann larper.ning. Ui, hübsche Taschen, wäre eine Überlegung wert, ah, eine Standarte könnten wir auch mal bauen, dafür bräuchte ich also diesen Tragekorb für den Gürtel, mal auf die Wunschliste in Amazon setzen. Oh, Pizza ist fertig. Nomnomnom…

ALS Ice Bucket Challenge: Le petit Chaperon de glace

Da fährt man zu Freunden um sich gemütlich einen Film anzusehen, drinkt ein bisschen was am Abend und schläft seinen kleinen Schwips auf der Couch aus, zack – wird Charly zur ALS Ice Bucket Challenge nominiert.

Nungut, wofür hat man eine Kamera dabei – oder auch nicht, Akku alle. Nungut, wofür hat sie eine Kamera ^^

Aber nun einfach Wasser drüber und bisserl spenden, am Ende noch hochkant mit dem Handy gefilmt? Nee, da muss schon ein bisserl mehr Effort… also hinsetzen und überlegen, Drehbuch skizzieren, Szenen festlegen, Material und Kostüme suchen, in den Wald fahren, Location suchen, filmen, schneiden, Musik wählen, anpassen, Colour Correction und hochladen — und das in nicht mal 8 Stunden.

Ich muss sagen, ich bin mit dem Ergebnis für die Zeit mehr als zufrieden, aber seht selbst: