uniform

Lost Uniform

Ach welch’ wunderbare Wörter in dieser missdeutigen Überschrift stehen, welch’ Möglichkeiten sich mir anbieten. Sei es eine Anspielung auf die form, die DING Nr. 1 und Nr. 2 als Special feilbietet, beide im Rahmen der Uni entstanden, die ja eigentlich eine Hochschule ist, zu denen auch Universitäten zählen, jedoch sind nicht gleich alle Hochschulen dadurch Universitäten. Unabhängig davon: Uni-form… höhöhö…

Doch darum geht es hier gar nicht. Es dreht sich tatsächlich um eine (Pseudo-)Uniformjacke die ich verloren hatte, dachte ich jedenfalls. Wie sich herausstellte, habe ich sie wohl nur mal für eine Fotosession mit in die Hochschule genommen und warum auch immer in meinen Spind gesperrt. Zusammen mit meinem roten Lieblingshemd und meinen beiden schwarzen Krawatten, die ich beide letztens erst verzweifelt gesucht hatte. Meine Jacke hatte ich schon abgeschrieben, bei den Krawatten dachte ich, dass sie bestimmt bei meinem Bruder rumliegen, der sich gern mal meine Sachen für förmlichere Anläße borgt. Mein rotes Hemd habe ich tatsächlich einfach vergessen. Ich hatte in letzter Zeit eher meinen neuen Hemden den Vorzug gegeben und einfach nicht mehr an das tolle Rote gedacht. Nun sind Hemd und Krawatte ja auch eine moderne Version der Uniform, die man trägt

um optisch einheitlich (lateinisch-französisch: uniform) in der Öffentlichkeit aufzutreten. [src=wiki]

So habe ich also meine Uniformjacke und meine moderne Uniform in der Uni verloren. Eigentlich ja vergessen, das reimt sich jedoch nicht. Oder korrekter verlegt, was sich auch mit “lost” übersetzen lässt.

Wie komm’ ich da jetzt, nach dem letzten Tag der Werkschau, kaum das ich zu Hause bin, drauf? Eigentlich ganz einfach: Nach bald einem Semester hab ich mich dazu entschieden in die Tiefen des betonenen Leviathans, den die verschlungenen, unbekannten Gänge der Hochschule bilden, zu steigen und mich waghalsig an Ausstellungswänden vorbei zu meinen über die Semester angesammelten offenkundigen und versteckten Fächer und Schränkchen, Spinde und Spalten vorzukämpfen, um diese auf ihren Inhalt hin zu prüfen. Dafür habe ich mich heute mit meinem großen Rucksack bewaffnet in Hochschule gewagt und auf den Moment der Unachtsamkeit aller, also kurz nach Ende der Werkschau, als die meisten entweder in die verdienten Semesterferien gehen oder noch schnell abbauen wollten, gewartet. Dann schlich ich mich in der aufgeregten Menge von Raum zu Raum und kontrollierte meine verborgenen Schätzchen und zog all jenes heraus, das ich wohl in nächster Zeit nicht mehr in Projekten brauche oder gerade zu Hause nutzen will. Denn ich hab da so eine Idee für die Ferien, dazu irgendwann einmal mehr, wenn ich mich dazu entschließe sie durchzuziehen. Ich konnte zwar nicht alle abgrasen, einige sind in verschlossenen Räumen oder waren hinter Plakaten in Gängen derzeit unzugänglich.

Mir ist einmal wieder aufgefallen wieviel Zeug man eigentlich in so einigen Semestern ansammelt: Hier ein paar Skalpelle, dort eine Flasche Wein, Kopien von einst wichtigen Ausdrucken, Rest von Zuschnitten die man ja vielleicht noch brauchen könnte, Skizzen zu verworfenen Projekten. Und in einem Fach auf einmal ein schwarz-rot-blaues Knäuel an Stoffen, die sich eben als meine so lange vermisste Uniformjacke, mein Lieblingshemd, das ich jetzt wohl nicht mehr so nennen darf, schändlich wie ich es vernachlässigt habe, meien zwei scharze Krawatten und ein neat zusammengelegter, blauer Mollton.

So kann’s gehen. Jetzt freue ich mich jedoch erstmal über den Fund, über die gelungene Werkschau und die anstehenden Semesterferien, wenn auch viel Arbeit auf mich wartet. Und sogar auf die freue ich mich irgendwie. Aber erstmal ein Tag Ruhe, Nichtstun, vielleicht ein paar Emails beantworten, ansonsten einkuscheln, bisschen Youtube gucken, Metro 2033 zu Ende lesen. Und wieder zu meinem Schlafrythmus zurück finden, kann ja garnich’ angehen: ich schlafe Nachts und bin Tagsüber wach. Furchtbar…