Little Girl with Clean Laundry

Frühling?

Das Jahr ist noch nicht einmal zu Ende und der redet schon von Frühling? Nunja, eher Frühlingsputz.

Wie euch ja schon aufgefallen sein dürfte habe ich WordPress aktualisiert und in diesem Zuge auch gleich das neue Theme Twenty Fourteen aufgespielt. War ja klar das der Informatiker wieder nur Internetzeuch im Kopf hat und sich im RealLife eigentlich nichts geändert hat. Haha, weit gefehlt!

Ich befinde mich derzeit in einem Zustand von seelischem und auch realem Frühlingsputz. Erst einmal wird alles an Klamotten weggehauen das nicht mehr in Verwendung ist oder alt oder zu kaputt; dann wird Neues angeschafft frei nach Andy Warhol:

Wenn du heute jemand siehst, der gut angezogen ist, weißt du sofort, dass er genau über seine Kleidung und sein Aussehen nachgedacht hat. Und das macht dann alles sofort kaputt, weil man eigentlich nicht so intensiv über sein Aussehen nachdenken sollte.
[src]Die Philosophie des Andy Warhol von A bis B und zurück

Ich will beides: gut aussehen und dennoch nicht intensic darüber nachdenken. Leider fällt mir nicht mehr ein von wem ich das gehört habe, jedoch gab es einen Designer/Künstler/Ichweißnichmehr über dessen Leben ich einen Film gesehen habe, vermutlich auf arte viel zu spät Nachts. Dieser welche Jene besitzt alle zu erwartenden Kleidungsstücke, jedoch stets jedes Teil in einer einzigen Form nur eben mehrfach. Jetzt trage ich ja schon seit Jahren nur schwarz

„Da steckt die Aussage drin: Ich bin etwas anderes”, sagte der Kunsthistoriker Prof. em. Dr. Karl Schawelka von der Weimarer Bauhaus-Universität.
[src]welt.de

und bin als Sohn eines Steinmetzes schon früh mit der Qualität von engelbert strauss in Kontakt gekommen, folglich besitze ich da ja eh schon mehrere gleiche Hosen und Pullis. Letztens habe ich mir aus Frust über meine doch zugegebenermaßen etwas älteren Unterhosen in diesem Zuge gleich einmal zehn Gleiche geholt, einfach, schwarz und ohne riesen Aufschrift eines Labels über dem besten Stück, was sich tatsächlich als schwere und langwierige Suche herausstellte. Socken habe ich ja nun schon länger in zwei Ausführungen: schwarz/dünn im Sommer und schwarz/flauschig im Winter, klar hier auch stets nur ein Modell.

Man greift in seinen Kleiderschrank und hat stets frische, saubere und passende Kleidung für den Alltag an. Einzig meine Shirts variiere ich täglich: etliche Motive, jedoch auch (fast) nur Schwarze und Rote. Ein bisschen Abwechslung soll ja doch sein.

Dieses Prinzip des Nichtintensiv-Nachdenken-Müssens über Alltäglichkeiten will ich auch langsam auf alles andere in meinem Leben anwenden. Die Küche wird bald extrem gelichtet: Schränke fliegen raus, Körbchen und unnütze Staubfänger fliegen. Doch vor diesem Wahnsinnsprojekt montier ich erst einmal die Discobeleuchtung ab (kaputter Starter in Leuchtstoffröhre) und bau mir selbst die einfachste Leuchte überhaupt: Glühbirne in Plastikfassung.

Peter Bachmann @ augensound.de

Dafür habe ich mir letztens im Conrad 1m-Aderleitung, Lüsterklemmen, eine E27 Fassung und passende LED Birne besorgt. Vielleicht kommt ja spontan DIE Idee für eine ansprechende Gestaltung der Fassung, ihr werdet die Ersten sein die davon hören, wenn ich nicht davor ein anderes Opfer finde, dem ich stolz meine erste Designerleuchte zeigen kann.

Die größte Änderung wird wohl meinem kleinen Reich aus dem ich hier tippe bevorstehen. Tapeten ab, neu streichen, Teppich raus, Schrank raus, Stuhl raus (ist sogar schon raus, dazu später mehr), alles raus. Naja, muss ja auch sonst wird’s schwer mit dem Teppich. Danach kommen meine beiden Lieblingsfarben an die Wände und für den Start leere Leinwände, hie und da ein nerdiges Poster wie das geile Teil hier (Achtung: Werbung, jedoch verdien ich daran garnix. T_T)

Die Leinwände sollen so Stück für Stück gefüllt und kaschiert werden, im Sinne von Kaschierung, nicht das ich jetzt etwas zu Verbergen hätte. Mit tollen Sachen von Freunden, von mir, aber gern auch von kreativen Köpfen da draussen.

Während all dem versuche ich auch seelischen Müll rauszuwerfen, einige Dinge zu ändern, zu entkomplizieren. Eben einen seelischen Frühlingsputz. Das heißt nicht das ich mein geliebtes Chaos loswerden will und auf einmal ein braver 9–15 Uhr Arbeiter mit geregeltem Leben sein werde, bei weitem nicht.

9 Was für einen Gewinn hat der Schaffende bei dem, womit er sich abmüht? 10 Ich habe das Geschäft gesehen, welches Gott den Menschenkindern gegeben hat, sich damit abzuplagen. 11 Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit; auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, ohne daß der Mensch das Werk, welches Gott gewirkt hat, von Anfang bis zu Ende zu erfassen vermag. 12 Ich habe erkannt, daß es nichts Besseres unter ihnen gibt, als sich zu freuen und sich in seinem Leben gütlich zu tun; 13 und auch, daß er esse und trinke und Gutes sehe bei all seiner Mühe, ist für jeden Menschen eine Gabe Gottes. 14 Ich habe erkannt, daß alles, was Gott tut, für ewig sein wird: es ist ihm nichts hinzuzufügen, und nichts davon wegzunehmen; und Gott hat es also gemacht, damit man sich vor ihm fürchte. 15 Was da ist, war längst, und was sein wird, ist längst gewesen; und Gott sucht das Vergangene wieder hervor.
[scr]The Book: Ecclesiastes 3:9–15 (Elberfelder 1905)

Noch stehe ich am Anfang, ich weiß noch nicht genau was ich jetzt alles rauswerfen muss, wo ich am besten zur erst anpacke. Das kommt jetzt langsam, aber ist noch nicht gänzlich ersichtlich. Ich will eine gewisse Einfachheit erreichen: einfach in den Schrank greifen und das passende in der Hand haben. Mit genügend Vorausplanung und etwas Disziplin sollte das auch im Leben möglich sein.