Morning Glory

Nach den ganzen Klassikern der 90er die mich in den letzten Tagen so sehr begleitet und -flügelt haben hier einmal etwas neueres:

Als Tipp einer meiner besten Freundinnen nun auch für euch. Neben einem absolut genialen Video noch richtig guter Sound im Stile von – ich würd sagen – Nick Cave oder sogar Johnny Cash. Der Song und auch der Stil des Videos Iron des französischen Regisseur und Musiker Yoann Lemoine wurde sowohl bei Assassin’s Creed: Revelations genutzt, als auch als Inspiration und Hintergrundmusik für die Dior Kollektion Herbst/Winter 2012-13 für Herren A Soldier on My Own. Das Lied oben kennen einige vielleicht ja schon aus der O2 und Vodafon Werbung oder vom ersten Trailer zu Techlands Dying Light, bzw. dem neuen Assasin’s Creed 3.

Morning Glory Extd.

Die Evolution eines Songs/Samples:

Beginnen wir doch einfach einmal bei Jane, der damaligen Freundin von Edwart Barton – Poet und Musiker. Dieser schrieb das Lied als kurzes Gedicht und Jane Lancaster sang dieses dann 1983, noch ohne Begleitung. Der Song erreichte #5 in den UK Indie Charts.

Jetzt sind wir auch schon fast eine Dekade später bei Gerald, der Janes Stimme mit Musik versehen als Remix 1992 als Jane And Barton – Its A Fine Day (a Guy Called Gerald Remix) raus brachte.

Nun kommen wir endlich zu Kirsty: 1991, also noch ein Jahr vor Geralds Remix, war diese auf einem Rave und lernte dort drei Jungs kennen, mit denen sie sogleich einen Dance Act namens Opus III formte. Jetzt nur noch der erste Vers und der Chorus des originalen Gedichtes, aber mit einer noch eindringlicheren Stimme gesungen erreichten Opus III 1992 mit Kirsty Hawkshaw wieder #5, jedoch der UK Singles Charts, sowie #1 in der US Billboard Hot Dance Music/Club Play chart.

Wieder mit Kirsty, dieses Mal als Hausfrau im Musikvideo und von Orbital remixed als Halcyon. Hierbei wurde ihr Text per backmasking, also rückwärts, eingespielt. Viele werden jetzt wahrscheinlich schon das Gefühl haben den Song zu kennen, aber falsch gedacht. Diese Version ist eher unbekannt und kam nur auf der Radiccio EP in den US raus. Wenn auch manche noch das Musikvideo in Erinnerung haben könnten, damals als es noch Musikvideos im Fernsehen gab, gute Zeit.

Nochmal Kirstys Stimme 1993 in Orbital – Halcyon + on + on von ihrem auch als The Brown Album bekannt gewordenem Album Orbital 2. Dieses mal mit mehr Upbeat und generell melodischer. Das ist dann auch die Version die den meisten bekannt sein dürfte, sei es nun aus Hackers, einem meiner Lieblingsfilme (war Angelina Jolie damals heiß), Mortal Kombat oder Mean Girls mit Lindsey Lohan (sehr nette Komödie, kann man sich anschauen) Continue reading Morning Glory Extd.

Morning Glory + Mice and Mystics

Kam gestern Abend beim Duschen mal wieder im Radio und man hab ich das lange nicht mehr gehört. ‘Why Does My Heart Feel So Bad?‘ by Moby, released as the fourth single from his 1999 album ‘Play’. Ist schon eine kleine Weile her, aber besucht ruhig mal seine Seite: kostenloser Stream seines neuen Albums ‘innocents‘. Wenn ich bedenke eine gute Freundin von mir war da gerade einmal nicht ganz 9 Jahre alt. Wir werden alt. Noch viel verwunderlicher jedoch ist was mir gestern passierte:

Während meines Uniprojektes klingelte mein Handy und einer der 3. Semester, von Jahren her auch nicht wirklich soo alt erkannte es sogar nach nur den ersten paar Sekunden. Und es handelt sich immerhin um Fluke – Absurd. Nagut, Sin City verwendete den Song 2005 (wie auch mehrere andere), aber er kannte die Band! Ermahgerd!

Nun aber erstmal Uni weiter am Blog schrauben und dann ne Runde ‘Mice and Mystics’ bei einer Freundin die ich viel zu lange nicht mehr gesehen habe zu Hause. Nachdem sie dann doch nicht, wie vorgehabt, kein Spiel auf der Messe in München zu kaufen, folglich eben jenes als finales Stück bei mir am Stand käuflich erworben hat, dachten wir das es doch ganz nett wäre mal wieder zusammen zu hocken und eben was zu zoggn:

Monopoly & Markow-Ketten

Eine Bachelorarbeit im Fach Mathematik von Julia Tenié. Für alle die schon immer einmal wissen wollten welche Straße die beste Rendite erzielt und welche man sich nicht entgehen lassen sollte (und es ist nicht die Parkstraße)

-> Julia Tenié: Monopoly & Markow-Ketten (PDF; 376 kB). 2008 (Bachelorarbeit an der Ruhr-Universität Bochum)

Das ganze gibt auch einen netten Einblick an alle die sich mit Gamedesign beschäftigen und einmal wissen wollen, wie sich Mathe irgendwann einmal ziemlich lohnen kann (so spaßesmässig, davon leben kann ja kaum ein Autor von den ollen Brettspielen) oder wieso man Mathe wirklich beherrschen sollte. Klar ist Monopoly ein ziemlich glücksbasiertes und gelinde gesagt simples Beispiel (betrachtet man einmal aktuelle Vielspieler-Brettspiele), jedoch selbst bei dem simpelsten Spiel muss man eine Menge “balancing” betreiben, bis das auch gut läuft. Was freue ich mich auf das erste Brettspiel von uns, das als Prototyp schon etwas länger existiert, aber noch viel Feinschliff benötigt. Da muss ich definitiv wieder etwas mehr Mathe büffeln, bis die Verteilung der Werte stimmt.

Für alle die nicht so viel mit Brettspielen anfangen können, schaut einfach mal generell nach Markow-Ketten, z.B. im Zusammenhang mit SPAM oder @Horse_ebooks

Destruktion

Der Mensch verfügt über Vernunft und Vorstellungsvermögen, und diese Eigenschaften machen es ihm unmöglich, eine rein passive Rolle in der Welt einzunehmen. Indem er selbst die Rolle des Schöpfers einnimmt, kann er seine Zufälligkeit und das kreatürliche Dasein überwinden. Wer dem von ihm Geschaffenen mit Fürsorge und Liebe gegenübertritt, kann sich und seine Umwelt auf diese Weise transzendieren.

Auch in der Zerstörung lässt sich das menschliche Selbst transzendieren, doch kann das Zerstören stets nur die mindere Alternative zum Erschaffen sein für Menschen, die zu einer produktiven Transzendierung ihres Selbst nicht fähig waren. Nur das kreative Schaffen kann zum Glück führen, während Destruktivität Leid in sich birgt, vor allem für den Zerstörer selbst.
– Erich Fromm [->wiki]

Tatsächlich leide ich im Moment. Einerseits an einer Zerrung in der Schulter und leichtem Muskelkater, andererseits an einem überschwellendem Glücksgefühl. Doch ich denke kaum dass dies gemeint war von unserem tierliebenden Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologen. Und doch: Ich liebe die Destruktion und empfinde es als äußerst schade das man sie stets negativ konnotiert.

Wie ich auf diese Gedanken in diesem Moment komme – und wieso die Muskelkatze? Muharhar…

Nach mehreren auszerrenden Tagen auf zwei Messen, die dieses Jahr auf zwei aufeinander folgende Wochenenden fielen, durfte ich heute gleich wieder ran und meine schmerzenden Glieder in das nun fast leere Lager unseres Verlages schleppen und dort die Reste aus Jahren von Veranstaltungen und Messen rauszuschaffen. Doch dann kam der beste Teil: Die Zerstörung!

Nachdem das alte Lager in einem Schuppen untergebracht war (keine Sorge, weder Spiele noch unser guter Met lagerten je dort), bestanden die Regale aus gutem, massivem Holz, meisterlich zusammengebastelt und doch so schnell mit – wie ich von mir selbst einmal behaupten darf – grazilsten Axtschlägen in Einzelteile zerlegt! Und wie wir gelacht haben, als ich mit breitestem Grinsen die schwere Holzspalterkopfklingendings-Axt mit geübter Rückhand nur knapp an meinem Knien vorbei von unten mit sanfter Gewalt eindringlichst in die Regalböden fuhren ließ, links und rechts Holzsplitter fliegend, einzig begleitet durch das Schreien der Zimmermannsnägel, die ich so aus langjährigen Banden trennte. Dann kamen die beindicken Träger dran: Schnell und schneller werdend, leicht geifernd, schlug ich mit der flachen Seite hart auf deren sanfte Mitte und wie sie schrien, diese Nägel, einer länger als der nächste. Dann eine kurze Pause, die Axt zur Seite und mit ganzem Körpereinsatz rang ich mit diesem Bollwerk und entriß das Holzgebälk mit bloßen Klauen aus den Wänden. Muharharhar…

Nunja, jetzt ist das Lager leer, ich befriedigt und der Zerstörung ein weiteres Mal gehuldigt. Und nachdem ich meiner puren Männlichkeit gehuldigt habe, kann ich ja jetzt wieder endlich meine Fingernägel feilen, seid der Messe sehen die aus, furchtbar…