Rückkehr eines Heimatflüchtigen

Kurz vor 9 bin ich durch den stürmischen Menschen geweckt worden, der aus seinem Zimmer in den Flur gerannt kam, mit einer Entschuldigung betreffend eines verplanten Termins auf den Lippen. So saß ich dann also kurz darauf alleine in dieser mir nicht völlig unbekannten Wohnung in der ich die letzten Tage meine Heimstätte bezog. Nunja, nicht völlig alleine, schließlich gab es da noch Schröder, den großen Vorsitzenden Mao.

Also noch kurz die letzte Möglichkeit ins Netz zu kommen genutzt und ab ging es nach Essen und von da aus wie schon geschrieben per Bus zurück gen Heimat. Jetzt, kurz vor Mitternacht, sitze ich wieder an meinem Rechner, in dem Zimmer das ich in letzten Jahren viel zu lange sehen darf, und schreibe diese Worte, mit dem Wunsch wieder den Ohrwurm zu bekommen, der uns die letzten Tage genüßlich quälte:

Schon auf dem Weg von der S-Bahn die mal wieder nicht durchfuhr, sondern mir einen ungewollten Spaziergang bescherte, legte ich mir die Worte und Themen zu recht, über die ich jetzt schreiben wollte, nur um sie wie immer völlig zu ignorieren oder sie irgendwie doch noch in einem losen Zusammenhang hier hineinzuquetschen. Aber da fällt mir auf, dass der Ohrwurm perfekt den fehlenden Übergang zu einem der Themen liefert.

Wer sich also jemals gewundert hat was Scheiße mit Gott zu tun hat, wie ein geisteskranker Pferdekuschler Descartes widerlegt und wieso Stalins Sohn wegem Ersterem sich umgebracht haben soll, der muss unbedingt ‘Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins’ von Milan Kundera lesen. Für alle anderen: Es beinhaltet auch mehrere Liebesgeschichten. (Übergang wirkt zu gezwungen oder kaum ersichtlich? Stalins Sohn und Complete History Of The Soviet Union, Arranged To The Melody Of Tetris?)

Also los, lest den Roman! Ihr müsst dies sogar, da ihr sonst einige Andeutungen nicht verstehen werdet, wenn ich es schaffe diese einzubauen und was noch viel wichtiger ist: Achtung SPOILER! So ab jetzt.

Genauso wie Teresa und Tomas im Roman wieder in die Heimat zurückkehrten um dort zwar sozialen Abstieg, aber irgendwie auch ihr Glück zu finden, hoffe ich eben jenes in der Leere zu finden. Noch traue ich mich nicht einfach den Schritt von Franz zu wagen und alles hinwegzufegen was mich stört, oder wie eben Tomas und Teresa einfach alle Vebrindungen zu kappen, aber die Vorstellung davon erregt mich geradezu schon seit Tagen. Vermutlich einer der Gründe wieso ich auf eigene Faust zur Messe gefahren bin. Ich verstehe langsam Marko Djurdjevic und seine Entscheidung München in der Welt von Degenesis untergehen zu lassen.

Nungut, ich war jetzt ein paar Tage weg und hoffe die nächsten Tage werde ich wieder mit neuer Energie meine Heimat liebgewinnen. Und irgendwann schreibe ich auch diesen Artikel der mir seit Karlsruhe in Kopf rumschwebt zum Thema Heimat. Versprochen. (Solange ich nicht wie Sabina den Wohlgesängen des unvermeidlichen zu sehr lausche.)