Die Bretter, die die Welt bedeuten.

Schon seit Kindheit an begleitet mich, wie viele von euch wohl auch, das Brettspiel. Als Kinder spielen die Eltern oder sogar Großeltern mit einem, später entdecken viele die Karten als ihre Spielwelt, sei es nun ganz nerdig Magickarten oder doch eher Poker, eigentlich hat fast jeder schon einmal gut 50 Spielkarten mit 88×56–62 mm (oder natürlich 100×56 mm in Bayern) in der Hand gehabt oder wenigstens von einer Flasche Bier gepustet.

Doch bei mir blieb es nicht dabei. Ich traf mich auch noch zu Rollenspielabenden, bei denen wir fantastische Abenteuer mit einem Stück Papier und einem Stift, sowie einiger Dekaeder als Würfel bestritten. Daneben kamen immer mehr abgedrehte Spiele die schon nur noch die wenigsten kennen in mein Leben. Sei es nun vorher genanntes Magic oder Munchkin, das wir schon Stunden in Leipzig auf einem Parkplatz gespielt haben, während wir warteten auf die Agragelände für ein anstehendes Festival gelassen zu werden. Und dann gab es da diesen einen kleinen, verschrobenen Spieleladen in meiner Heimatstadt.

Dort konnten wir uns für wenig Geld die neuesten Brettspiele ausleihen und anzocken. Wenig später zählte der Verkäufer auch zu meiner festen Spielerunde und nachdem der laden leider zumachen und einem Blumenhändler weichen musste, war (ich war eh gerade dabei mein berufliches Feld zu wechseln) der nächste Schritt klar: Lass uns doch einfach einen eigenen Laden gründen oder noch besser: einen Spieleverlag. Gesagt getan und jetzt hocke ich hier noch mit Dreck unter den Nägeln, frisch vom Aufbau der diesjährigen Spielemesse in München. Unser Stand ist in den Jahren von 3m Breite auf 12m gewachsen, daneben bespielen wir den Parkplatz und versorgen die durstigen Massen mit Selbstgebrautem.

Doch egal wie sehr ich auch schon drin stecke in dieser doch eigenen Welt der Brettspiele, so sehr genieße ich noch heute einen ruhigen Spieleabend mit ein paar Freunden und einigen Bieren, wenn ich auch nicht mehr ganz so griesgrämig bin wenn ich verliere.

Rückkehr eines Heimatflüchtigen

Kurz vor 9 bin ich durch den stürmischen Menschen geweckt worden, der aus seinem Zimmer in den Flur gerannt kam, mit einer Entschuldigung betreffend eines verplanten Termins auf den Lippen. So saß ich dann also kurz darauf alleine in dieser mir nicht völlig unbekannten Wohnung in der ich die letzten Tage meine Heimstätte bezog. Nunja, nicht völlig alleine, schließlich gab es da noch Schröder, den großen Vorsitzenden Mao.

Also noch kurz die letzte Möglichkeit ins Netz zu kommen genutzt und ab ging es nach Essen und von da aus wie schon geschrieben per Bus zurück gen Heimat. Jetzt, kurz vor Mitternacht, sitze ich wieder an meinem Rechner, in dem Zimmer das ich in letzten Jahren viel zu lange sehen darf, und schreibe diese Worte, mit dem Wunsch wieder den Ohrwurm zu bekommen, der uns die letzten Tage genüßlich quälte:

Schon auf dem Weg von der S-Bahn die mal wieder nicht durchfuhr, sondern mir einen ungewollten Spaziergang bescherte, legte ich mir die Worte und Themen zu recht, über die ich jetzt schreiben wollte, nur um sie wie immer völlig zu ignorieren oder sie irgendwie doch noch in einem losen Zusammenhang hier hineinzuquetschen. Aber da fällt mir auf, dass der Ohrwurm perfekt den fehlenden Übergang zu einem der Themen liefert.

Wer sich also jemals gewundert hat was Scheiße mit Gott zu tun hat, wie ein geisteskranker Pferdekuschler Descartes widerlegt und wieso Stalins Sohn wegem Ersterem sich umgebracht haben soll, der muss unbedingt ‘Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins’ von Milan Kundera lesen. Für alle anderen: Es beinhaltet auch mehrere Liebesgeschichten. (Übergang wirkt zu gezwungen oder kaum ersichtlich? Stalins Sohn und Complete History Of The Soviet Union, Arranged To The Melody Of Tetris?)

Also los, lest den Roman! Ihr müsst dies sogar, da ihr sonst einige Andeutungen nicht verstehen werdet, wenn ich es schaffe diese einzubauen und was noch viel wichtiger ist: Achtung SPOILER! So ab jetzt.

Genauso wie Teresa und Tomas im Roman wieder in die Heimat zurückkehrten um dort zwar sozialen Abstieg, aber irgendwie auch ihr Glück zu finden, hoffe ich eben jenes in der Leere zu finden. Noch traue ich mich nicht einfach den Schritt von Franz zu wagen und alles hinwegzufegen was mich stört, oder wie eben Tomas und Teresa einfach alle Vebrindungen zu kappen, aber die Vorstellung davon erregt mich geradezu schon seit Tagen. Vermutlich einer der Gründe wieso ich auf eigene Faust zur Messe gefahren bin. Ich verstehe langsam Marko Djurdjevic und seine Entscheidung München in der Welt von Degenesis untergehen zu lassen.

Nungut, ich war jetzt ein paar Tage weg und hoffe die nächsten Tage werde ich wieder mit neuer Energie meine Heimat liebgewinnen. Und irgendwann schreibe ich auch diesen Artikel der mir seit Karlsruhe in Kopf rumschwebt zum Thema Heimat. Versprochen. (Solange ich nicht wie Sabina den Wohlgesängen des unvermeidlichen zu sehr lausche.)

L’Insoutenable Légèreté de l’être

Vielleicht baldige Buchempfehlung:
“Milan Kundera — Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins”

Jedenfalls begleitet mich dieses Buch jetzt auf der langen Reise von Essen zurück nach München. Leider meldete sich Senem nicht, bei der ich doch zu gerne direkt von Wuppertal aus nach München starten hätte können wollen tun getan hätte. Aber ihre Mailbox is voll, ran gehen tut sie auch nich, die Email und SMS Versuche brachten auch nix. Tja, dann also mit’m Bus fahren. Kostet 10€ weniger, dauert doppelt so lange T_T.

Geschlagene 11h 20min darf ich also mit 7 Zwischenstationen durch Deutschland tuckeln, daher eben ein etwas längeres Büchlein zur Unterhaltung. Oder schlafen, mal schauen. Das letzte Mal das ich so lange unterwegs war verdankte ich einem Stop&Go von Stuttgart bis hinter Frankfurt. Da saß ich jedoch in ‘nem teddyplüschigen Hippie VW Bus mit einem New Balance Vertreter, konnte am Fenster rauchen (er zwar Nichtraucher, das Auto aber von seinem kiffenden Cousin), hatte ein ziemlich cooles Gespräch bezüglich politischer Aussage von Schuhwerk die Fahrt über (plus so viel mehr Zeug an das ich mich unmöglich noch erinnere) und bekam sogar ein quitschgelbes New Balance Shirt am Ende (das ich grad nicht mehr finde).

Mal sehen was mich dieses Mal erwartet, wird auch wieder Zeit das ich abgedrehte Personen auf meinen Reisen treffe, in letzter Zeit bewege ich mich ja doch leider nur in zu bekannten Gewässern, also freu ich mich sogar irgendwie darauf, wenn auch eine Busfahrt unpersönlicher ist, als bei irgendjemand mit 2–3 völlig Fremden für Stunden in einem Auto eingepfercht zu sein. Da erlebt man Sachen und hört Geschichten, glaubt man kaum. Darum liebe ich Mitfahrgelegenheiten und lange Autofahrten generell.

Aber jetzt mal einen Blick in dieses Buch werfen, soll ja gut sein, hab’ ich mir Sagen lassen…

Essen, jetzt komm’ ich…

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Nun ist es also soweit. Ich sitze zu Hause und packe die letzten Teile für meine Reise gen Essen zur Spielemesse SPIEL ’13. Es ist mittlerweilen schon Freitag und eigentlich sollte ich schon im Bett liegen, denn die Autofahrt morgen wird lang und geht früh los, so dass ich noch ein wenig von dem heutigen Tag auf der Messe erlebe. Doch ich bin kein Stück in der Lage zu entspannen, geschweige denn mich eben in’s Bett zu legen.

Jetzt war ich schon auf knapp einem Dutzend Messen und bis vielleicht beim ersten Mal kaum nervös, eher vorfreudig und in stiller Andacht der Dinge die da kommen mögen. Richtig gehyped wurde ich erst auf der Fahrt die ich stets mit Roger antrat. 8h im Auto sitzend, mit 80 die Autobahn langtuckelnd, da Anhänger voller Spiele und unserem ganzen Stand hinten dran, über Gott und die Welt redend. Doch dieses Jahr geht Uni vor und ich komme folglich nach (wieso ihr auch kaum etwas online über uns im Vorfeld gehört habt, mea culpa). Als adäquater “Ersatz” wurde Steffi eingespannt und ich somit eigentlich überflüssig, doch will ich mir die Messe dann doch nicht entgehen lassen, wenn es auch nur für ein paar Tage ist. Also Schlafplatz organisiert und ab dafür. Der Vorteil ist das ich dieses Mal so richtig Zeit habe mir alles anzusehen, da ich eigentlich keinen Standdienst habe.

Natürlich werde ich auch aushelfen, da gerade das Feeling als Aussteller den richtigen Kick gibt, doch dieses Mal ist nicht nur die Messe in neuen Räumen, sondern auch ich in neuen Gefilden: Als regulärer Besucher, der schon ganz hibbelig vor Vorfreude nicht einschlafen will.

Watt bin ich gespannt.

LEAD digital: Personal Branding: Wie beeinflusst die Namenswahl die Karriere?

LEAD digital: Personal Branding: Wie beeinflusst die Namenswahl die Karriere?.

Was für ein Glück das ich Alex Müller heiß. T_T

Aber ich mag meinen Namen und wenn nicht gerade eine Dame mit dem Hammernamen daher kommt, werde ich ihn auch bestimmt behalten, wenn ich auch dazu tendiere mich im Netz etwas abzuheben, indem ich den mir auf der TuaregRallye gegebenen Spitznamen Lex verstärkt nutze…

Und ansonsten kennen mich eh privat noch viele unter meiner alten Netzidentität ‘palin’ und nennen mich sogar privat/RL so…

Aber beachtlich ist der Kommentar unter dem Beitrag von Sidney. Ausländisch klingende Namen sind in Deutschland dann wohl immer noch problematisch. Interessant wäre da eine Studie inwieweit dann z.B. mein Nachname, der so typisch deutsch und noch dazu mit Umlaut ist, im Ausland angenommen wird. Schließlich habe ich schon lange vor endlich mal raus aus diesem Land hinein in die Welt zu kommen. Klar denkt man da auch auf die Konsequenzen wie eben mein Name teilweise unausprechbar in vielen Kulturen ist. Sei es dann Александар, was ja wenigstens genauso ausgesprochen wird, oder アレクサンダー (Arekusandah). Lustigerweise würde ich in Japan auch – 守 (Mamoru), 守男 / 守夫 (Morio) genannt werden. Natürlich würde die Problematik mit dem Umlaut bleiben. Dann bin ich eben ein Miller im englischsprachigen Ausland. Naja, mal schauen was die Zukunft bringt.

palin goes P1

Jetzt bin ich ja schon einige Jahre nicht mehr wirklich weggegangen und dachte eigentlich, wenn ich schon mal wieder in einem Club landen werde, dann im NOX oder bei der BlackOpera im Feierwerk. Aber nein, ihr werdet nie erraten wo ich heute war – außer ihr habt zufällig die Überschrift gelesen: Ich war im P1.

Jedoch nicht zu normalen Öffnungszeiten, sondern am frühen Abend und das auch noch zu Studienzwecken. Denn neben der OnlineRedaktion für das DING Magazin als ein Projekt, stecke ich auch noch im Real Project des Strascheg Center for Entrepeneurship und in diesem konzeptionieren wir ein Outdoor Event für das P1. Jedenfalls hieß es so anfangs. Nachdem wir heute das Kick-Off mit dem P1 hatten, wurden wir von einem sehr freundlichen und erfahrenen, aber auch dem P1 gegenüber realistisch, kritischen Herren über alles informiert und so kam es auch, dass wir doch tatsächlich mehr als nur ein Event konzipieren dürfen – oder eher sollen.

Danach ging die ganze Schulklasse auf Ausflug, und zwar in besagten Edelclub. Hauptaugenmerk war natürlich der Terrassenbereich, danach gab es jedoch auch eine Runde durch den Club und das Studio, mit anschließendem Blick in den überdimensionalen Naßzellenbereich inkl. Pinkelwald und “Kommunikationsklappen” in den Unisex Kabinen bei den Damen.

Glory Hole

Diese sind angedacht auf das sich zwei Frauen beim pinkeln (was anderes machen die Damen der Schöpfung schließlich und bekanntlich nicht) auch ansehen können. Die zufällige Paßhöhe für andere, wenn auch bestimmt irgendwo kommunikative Dinge, nungut, ein Part benutzt immerhin den Mund, sei auch nicht rein zufällig, erwiderte mir der freundliche Herr, der selbst als Türsteher vor bald 20 Jahen im P1 angefangen hat, dann auch etwas abseits meiner doch zuvor bei einigen Insidergeschichtchen etwas naiv kichernder Kommilitonnen.

Wer mich kennt weiß, das ich nicht gerade verklemmt bin, eher das Gegenteil. Es sollte also kein Problem für mich sein ein Konzept mit genau dem richtigen Sexappeal in Verbindung mit der erhofften exklusiven Kuschelstimmung für’s Stüberl zu finden. Eine erste Idee schwebte mir ja schon seit letzter Woche im Kopf: Public Viewing im P1, jedoch nicht mondäner Fußball, sondern passend für die Terrasse mit offener Feuerstelle und zur kommenden Jahreszeit: Winter is coming im P1.

Die nächste Season steht im Frühjahr 2014 an, da dürfte es noch kalt genug für eine Winterwonderland-OutdoorEvent Reihe sein. Stellt euch beleuchtete Plexiglas Eisobelisken bei den Sitzgruppen, Edelwodka aus Eisstamperln und heißblütige Khaleesi-Anhängerinnen vor, die einem auf dem Eisernen Thron neben dem großen Eingang erwarten. Zwischen den weißen Bäumen läuft gegen 23 Uhr die neueste Folge (mit Untertiteln, damit der reguläre Sound gespielt werden kann) auf einer riesigen Leinwand die noch vom Eisbach aus zu sehen ist. Geht man dann in’s Studio erwarten einen Fell bedeckte Couchen und heißer Met mit Musik in Richtung Lindsey Sterling.

Und jemand war sogar schon so frei das Bidl da sich für’s Plakat im Kopf hatte in etwa so umzusetzen. Es fehlt nur noch das P1 Logo und das richtige Format:

Mal schauen ob sich a) die Jungs und Mädls vom P1 und b) HBO überzeugen lässt.

Ein Requiem der Individualität

Als Designer versucht man stets einen Finger am Puls der Zeit zu haben, aktuelle Trends zu verfolgen und im Idealfall neue zu kreiren. Man hält seine Augen und Ohren in alle Richtugnen offen, schaut was Jugendkulturen aktuell bewegt, was unter der Oberfläche von neuen Bewegungen brodelt und hofft dort etwas zu finden, was das neue Ding werden könnte. Etwas das bewegt, erstaunt und sich dann schließlich gut verkaufen und für eigene Projekte nutzen lässt, ergo sich verkaufen lässt.

Und wenn es ein Zeitphänomen gibt, das sich in den 10er-Jahren abzeichnet, so ist dies für mich eines: Individualität – bis zum Erbrechen. Jeder Einzelne strebt danach sich möglichst individuell zu geben, aufzufallen und besonders zu sein, so sehr das all die bunten Gestalten zu einer grauen Masse verschmelzen. Wir leben in einer pythonesken Welt: Ja, wir sind alle Individuen und Ja, wir sind alle völlig verschieden (Ich nicht!). Wie in “Das Leben des Brian” fällt eigentlich nur nur der auf, der eben nicht darauf besteht so Einzigartik zu sein.

Energie- und Pharmakonzerne branden sich genauso Grün wie der Bio-Veggie-Markt um die Ecke, große Verlagshäuser gestalten ihre Bestseller wie die neueste Ausgabe eines Eigenverlags den vielleicht 3 Leute kennen, einer davon eben der Designer bei Random House.

Kleiner Einschub am Rande
-> http://www.goethe.de/kue/des/prj/des/dth/de9450381.htm

Professoren kleiden sich wie Teenager, während diese die Klamotten ihrer Großeltern auftragen. Wir trinken Club-Mate, Fritz-Cola oder Bionade, nur um nicht wie alle anderen nur Coka Cola zu trinken. Alles verwäscht zu einer gleichartigen Menge, wir alle wollen nicht zu der Masse gehören, in eine Klasse aller Klassen, die sich nicht selbst als Element enthalten und stoßen damit auf ein mathematisches Paradoxon.

Es geht sogar schon soweit das die Gala das Cover des Monats gewinnt, mit einer Geschichte die so eigentlich eher im Spiegel zu erwarten war.

Es wird wieder Zeit das McDonalds aufhört ein InCafe zu sein und wieder das ist was es ist: Ein Burgerschuppen in quietschgelb und Plastik, wie wir ihn 3 Uhr morgens auf dem Weg zur letzten S-Bahn lieben.