Dewotschka Glotzies

Clockwork OrangeNachdem mein eigentliches Hauptbuch ja gestorben ist, nun eben Titel Nummero Due: A Clockwork Orange von Anthony Burgess.

Die meisten Cover spielen entweder mit Alex, dem Protagonisten und dessen seit Kubrick ikonenhaften Auftreten oder dem Titel: sprich Gears und Orangen. Was mich mehr gereizt hat ist jedoch, wenn auch eine Szene aus dem Film, die Berieselung von ihm, gefesselt mit aufgerissenen Augen. Daneben die Korova-Milchbar und deren ständiges Rein-Raus-Spiel mit Horrorshow. Daher ist dies eigentlich nur der erste Entwurf für das spätere, komplexere Werk.

Wieder will ich mit dem Machbaren des Analogen spielen: Gefühl und Geruch. Der Leser wird ein Buch, komplett in Latex oder Silikon gehüllt in der Hand halten, das daher je länger man es liest umso wärmer wird, genauso wie der Protagonist von anfangs kaltem Abschaum zu einem später wärmeren Menschen wird (wenn man das Romanende mit einbezieht, dass noch nicht anfangs dabei war, folglich auch nicht verfilmt wurde). Daneben hat man dennoch ein künstlich, verstörendes Gefühl, wenn man dieses glatte, nachgebende Buch in Händen hält.

Um es zu öffnen wird es in der finalen Version eine Klammer aus Messing/Bronze geben, ähnlich den Augenklammern die Malcolm McDowell (Alex) die Augen verletzten. Diese halten die beiden Lider/Lippen auseinander, wodurch man erst das Auge sieht. Geöffnet schließen sich die Lippen wieder und man erkennt deutlicher es handelt sich um den Abguß eines weiblichen Geschlechts. Das Schließen, das “gewalttätige” Einsetzen der Klammern vom Leser wiederrum sorgt für ein Spiel von Lust und Leid, starrt einen doch stets das aufgerissene Auge an.

A Clockwork Orange
Anthony Burgess
224 Seiten
20,4 x 13,4 x 2,2 cm
Cover Concept