Magnesiumblitz

Magnesiumfotografie

„Eine vorzüglich aktinisch wirksame Lichtquelle ist nach den photochemischen Studien von Bunsen und Roscoe das Magnesium, welches mit Leichtigkeit Feuer fängt und mit einer äußerst brillanten Flamme brennt. … Nach Bunsens Untersuchungen ist die photogenische Kraft der Sonne nur 36mal stärker als die des brennenden Magnesiums. … Wir glauben nicht, dass es schon zu photographischen Zwecken benutzt worden ist.“
– Paul Eduard Liesegang 1861

Und wenn es schon so etwas gibt, das gut 80 Jahre lang die Fotografie begleitete, dann muss man dies doch auch mal heutzutage probieren. Also durften wir, bzw. unser Prof. heute mit Magnesium spielen. Beim ersten Versuch, einem Portrait, durfte ich am Fotoapparat stehen und manuell die Belichtungszeit per Daumendruck timen. Natürlich abgelenkt vom runterzählenden Countdown und der Randnotiz ob ich bereit sei, sah ich im entscheidenden Moment erst mal direkt in den Lichtblitz, anstatt das Modell zu fixieren. Folge: Ich geblendet, Bild dennoch etwas geworden.

Eh irgendwie irreal: Nikon D4 manuell eingestellt, geschoßen mit Camera Raw in einen halbwegs modernen Apple, jedoch Blitz durch Magnesium Spezial Pyro (<20my).
Brennweite: 70mm
Blende: 10
Belichtungszeit: bulb (2.1s)

Anschließend dann das oben zu bewundernde Gruppenbild, an dem man wunderbar sieht wie hart einerseits ein Magnesiumblitz ist, wie sanft er dennoch die Schatten formt. Definitiv wert weiter verfolgt zu werden. Und nie hat es in der Uni “angenehmer” in den Fluren gerochen. Mal schauen wer von uns dank der Dämpfe phlegmatisiert wurde, so jedenfalls der Warnhinweis auf dem Magnesium.