Crowdsourcing und Cloudworking #1

Da war ein Artikel auf Heise der sich zu lesen lohnt. So jedenfalls ein Facebook-Freund von mir. Also angeklickt und überflogen. Danach die Diskussion in den Kommentaren gelesen (auf Facebook, nicht bei dem Artikel jetzt im speziellen…) und angestachelt von diesem Thema die Gedanken fließen gelassen (ja, einmal mehr bin ich übernächtigt und kratze an meiner 30h-Wach-Grenze) und schnell in die Tasten getippt.

Und da ich meine eigene Schlussfolgerung grad so toll finde, fand ich es einen noch tolleren gedanken dies auch hier auf “ewig” weiß-auf-schwarz ins Netz zu hauen, abseits der Vergänglichkeit einer Facebook-Kommentar-Diskussion mit der Lebenswahrscheinlichkeit von vllt. 10 Tagen und einer Reichweite von max. 179 Freunden des Statuserstellers oder so. Daher jetzt auch für die 5* 30+ Leute die meinen Blog ab und an verfolgen [*ich hab jetzt mit ca. 5 Leuten gerechnet, war Ewigkeiten nicht mehr auf den Statistiken meines Blogs: Leute, um das mal festzuhalten: Ihr macht mich Stolz und ich liebe euch!] hier mein toller Kommentar zu folgendem tollen Beitrag:

[heise.de] Crowdsourcing und Cloudworking: Schöne neue Arbeitswelt

Und keine Sorge, trotz des Artikel gehe ich schon noch auf das Thema Design ein.

Vorgeschichte (stark gekürzt):

Theorie auf FB (M.): Preisdumping, da es immer jemanden geben wird, der es billiger machen kann/will/muss (jeder braucht Geld…)

T.: Ist logische Entwicklung, jeder selbst verantwortlich für seine Preisgestaltung, wer nicht für angemessenen Preis verkauft -> selbst Schuld

M.: Konkurrent muss billiger, ansonsten gar keine Arbeit

T.: Das ist Marktwirtschaft, bei Übersättigung: Umschulen. Branchen ohne Nachwuchs müssen sich selbst attraktiver gestalten. Krankenhäuser, Soziales verstaatlichen (sprich: kein Gewinn notwendig -> besser)

M.: betr. Krankanhäuser&Co gleicher Meinung, trotz genereller Unterschiede beim Wichtigen wenigsten gleich!

Jetzt ich (gebt es zu, ihr habt nur so darauf gewartet):

Naja, da kommt auch nur das auf die Informatik zu, was bei Design schon seit Jahren gang und gäbe ist.
Praktikantenbashing ist an der Tagesordnung, nach Studium und Pflichtpraktika kommst du nicht in einen Job, sondern erstmal was?, natürlich Praktikum, wenn überhaupt.
Illustratoren sind eh fast alle Selbstständig und Freelancer, viele Designer maximal ein paar Jahre, wenn überhaupt, bei einer Agentur um danach wieder zu wechseln.
Und alle “Depperljobs”, bzw. das Tagesgeschäft, unser Brot, also alle kleinen Aufgaben, netten Minijobs und ückenfüller zwischen Riesenaufträgen, gehen dank 12designer.de, designenlassen.de und anderen Crowdsourcingportalen an die oft unwissenden Studenten/Schüler und Hobby”designer” wo zwar manch ein guter Autodidakt dabei ist, jedoch allzuoft für Billigstpreise schlechte Grafiken an den unwissenden Kunden, der dann rein nach Geschmack und Bauchgefühl (oder danach ob’s seine Frau grad hübsch findet) den Sieger kührt.

In großen Agenturen und bei wichtigen Aufträgen für die Großindustrie, also da wo Geld und Ruhm steckt, ist der Pitch das Schlagwort: mehrere treten gegeneinander an und stellen fast fertig erarbeitete Konzepte vor, der Kunde entscheidet sich für’s Beste, der Rest geht leer aus.

Alltag…

Positiver Blick: Es gibt dennoch noch sehr viele Kunden, die wissen was Qualität ist und was Qualität kostet. Und diejenigen die nciht einsehen wieso ein Logo zB mehr als 200€ kosten sollte, würden auch niemals gute Arbeit bezahlen wollen oder sich leisten können (wollen). Diesen beizubringen was gutes Design leisten kann lohnt sich ab und an, kostet aber viel Zeit. Sprich: oft vergebene Liebesmüh’ und daher eigentlich kein Verlust für “echte” Designer.
Klar geht manch ein netter Nebenverdienst so flöten, aber so kriegt der Fußballfanverein Unterdupfing Süd sein Logo (das dann auf’m Stammtischwimperl seinen Platz findet) für’n Appel und ‘n Ei, n Schüle für seine Zeichnung ein nettes Trinkgeld und beide sind glücklich.

Ich sehe im Freelancing und Crowdzeug wie T. [Kommentator oben, Anm.d.R.] eine wahrscheinlich unvermeidbare Zukunft, denke jedoch dass sich Qualität stets durchsetzt und eher für Leute wie mich, die nicht so gern in klassischen Berufen 20 Jahre für die gleiche Firma malochen wollen, die Chance kleine und große Betriebe zu sehen, einmal an einem Riesenprojekt mitzuarbeiten und ansonsten wieder sein eigener Boss zu sein. Langfristige Verträge für einen Kunden wann immer grad Arbeit da ist geht dann einher mit der Möglichkeit dennoch für kleine Betriebe und tolle Projekte die etwas unter de Radar fliegen zu werkeln. Oder parallel was eigenes auf die Beine zu stellen.

Benennen wir es um in das was es immer mehr wird: Dienstleistung. Wir werden immer mehr Dienstleister und wie uns schon das älteste Gewerbe der Welt zeigt: Bist du gut, kannst du jeden Preis verlangen.

C&C #1 | C&C #2 folgt, falls sich noch eine schöne Diskussion ergibt die Tage…